|
Dachten Sie,
nur Schotten oder Männer mit schottischen Wurzeln könnten oder würden im Kilt gehen?
Falsch.
Immer mehr
Männer greifen zum Kilt und zwar nicht als Tracht, sondern als bequeme
Alternative zur „ewigen“ Hose und dann natürlich vorwiegend in der
Freizeit. Damit wird der Kilt in erster Linie „Casual Wear“.
Das gilt für
Schotten, Männer schottischer Herkunft und Männer, die mit Schottland
nicht das Geringste zu tun haben, vielleicht abgesehen von einem Urlaub
in dem land-schaftlich sehr schönen Land.
Nicht nur
außerordentlich bequem, sondern auch anders. Selbst der allernormalste
aller Männer möchte doch nicht
jede Minute Jahr ein, Jahr aus auch jede "Norm der Gesell-schaft"
100 % befolgen.
Wären bloß alle "Abweichungen" so unschuldig wie Kilt am Mann, wäre
die Erde fast paradiesisch.
Bis auf
den Kilt dreht es sich um ganz normale Männer, die im Kilt gehen. Allerdings entsprechen sie in fast
jeder Dimension, so scheint es, denen, die nie auf die Idee gekommen
sind, oder es kommen werden, auf die Hose zu verzichten.
Demographisch
sind sie verheiratet, Familienväter und, falls sie alt genug sind,
Großväter. Beruflich sind sie von Arbeitern bis Akademikern hin
vertreten. Einige studieren noch, andere sind nicht länger
Beruftätig.
Was
Lebensstil betrifft, erheben sie sich möglicherweise
überdurchschnittlich über die Meinungen anderer. |
|
 |
 |
|
Keiner denkt an
Schottland oder an die USA |
Was sagen die Schotten dazu?
Grundsätzlich nichts. Für sie sind karierte Sachen eine Industrie,
von der viele verdienen und zwar eine, die sie dringend verteidigen. Denn wo sonst
wird noch Bekleidung in Europa gefertigt?
Selbst teure Markenklamotten kommen nunmehr aus dem Fernosten. Mit
Kilts ist es teilweise auch so, aber lange nicht so üblich wie bei
Hosen, Hemden, Jacken, Schuhen usw., und die Firmen, die in
Schottland preiswerte Kilts, die weder in Schottland noch aus aus
schottischer Wolle genäht sind, sind bei den "richtigen" Kiltmakers nicht
populär.
Denken
Sie auch an die Frauenmode. Hier kommen immer wieder Saisons mit
karierten Röcken, Taschen usw. Und niemand denkt, hier kommt eine
Schottin.
Mit blauen Jeans ebenso. Mal waren sie mit amerikanischen Männern
synonym, jetzt werden sie in aller Welt getragen. Sogar von Leuten -
Männern wie Frauen - die sich ideologisch nicht mit Amerikanern und
der amerikanischen Gesellschaft identifizieren können. Entwicklung
national Richtung international.
|
 |
Noch vor 50
Jahren waren kurze Leder-hosen nicht so ganz selten bei
europäi-schen Jungs.
Weder die Österreicher noch die Bayern, für die sie ursprünglich
Tracht waren, hatten, soviel ich weiß,
etwas dagegen.
Jetzt sind sie doch kaum mehr im Alltag zu sehen und damit
wieder nur Tracht. |
Warum sollte
dann nicht auch jeder Mann einen Kilt tragen können, möchte er dies tun?
Am besten, wir Nicht-Schotten tun unseres Beste dafür, dass der Kilt immer mehr
internationalisiert und damit verbreitet wird und nicht wieder nur
Tracht, so wie es den Lederhosen gegangen ist.
 |